Pressetexte
Austausch und Inspiration beim Künstlersymposium
Austausch, Inspiration und gemeinsam verbrachte Zeit- diese Intention ist wesentlich für die Teilnehmer des derzeit stattfindenden Künstlersymposiums in der Buchener Mittelmühle. Der Künstler Patris Semma, der mit seiner Frau Isabellé zu den Hauptveranstaltern der zweiten Buchener Kultnacht zählt, hat 15 Künstler aus Bonn, Köln, Karlsruhe, Speyer, Freiburg und Heidelberg in die Mittelmühle eingeladen, wo sie bis 13. Juli leben, arbeiten und sich auf die Kultnacht vorbereiten.
Es ist eine bunt gemischte Truppe, die hier wirkt, Kunststudenten gibt es und viele freischaffende Künstler. Die Idee des Symposiums war, verschiedene Richtungen und Sparten der Kunst zusammen zu bringen. So wurden etwa Bildhauer, Maler, Fotografen und auch Installationskünstler ins Boot geholt. Man möchte sehen, wie sie sich ergänzen und aufeinander wirken, erläutert Hans-Wilhelm Scholz vom Verein Kulturpunkt Mittelmühle. 2003, beim letzten Symposium dieser Art, waren nur Bildhauer geladen – diesen kreis wollte man jetzt erweitern.
Die Bildhauer sind es jedoch, die auf dem Gelände auf den ersten Blick auffallen. Richard Thorn alias Riccardo hat seinen Arbeitsplatz direkt neben der Morre. Er bearbeitet einen Sandsteinblock, der aus einem Steinbruch bei Wertheim stammt. Von dort beziehen die Bildhauer ihr Material, der Sandstein vor Ort ist nicht hochwertig genug. [...]
Ein paar Schritte weiter an dem Bachlauf erstellt Martin Gottwald eine Skulptur, die die strengst unter Naturschutz stehenden Schwertmuscheln als Vorlage hat. Die Muscheln werden bis zu einem Meter groß, ihre Seite wurde in früheren Zeiten zum Weben der Kleider von Königen und Kaisern verwendet.
Den Werkstoff Holz hat Christel Stadtmüller gewählt. Die ehemalige Schülerin Fernand Semmas, der bis zum Ende seines Lebens in einem Häuschen auf dem Mühlengelände gelebt hat, fertigt normalerweise eher Reliefs an, doch beim Symposium in der Mittelmühle bearbeitet sie einen mannshohen Eichenstamm, aus dem sie eine Skulptur zum Thema Zerrissenheit formt - ein Gesicht ist schon zu sehen, die zugehörigen Hände entstehen im Lauf der Woche. Sie arbeitet nur mit Holzmeißeln und anderen Handwerkzeugen, eine Motorsäge gibt es bei ihr nicht. „das wäre zu schnell“, erläutert sie.
Die Bildhauer fühlen sich auf dem weitläufigen Gelände am Bach wohl, das merkt man. [...]
(Quelle: Fränkische Nachrichten vom 10.07.2007)