Pressetexte
Bildhauersymposium in der Mittelmühle unter dem Titel „Bildstöcke 2005“
Heute kann man den fünf Künstlern noch über Schultern schauen
Als am Pfingstsamstag die Vorsitzende des Kunstvereins Mittelmühle, Dr. Martina Scholz-Kahl, den teilnehmenden Künstlern des Bildhauersymposiums das Thema für die Woche präsentierte, waren einige im ersten Moment erstaunt. Bis zum Beginn des Bildhauersymposiums war den Teilnehmern nicht klar, was sie überhaupt zu tun haben. Unter dem Titel „Bildstöcke 2005“ sollten die fünf teilnehmenden Bildhauer ihre Einfälle und Impressionen innerhalb einer Woche in Holzstämme schlagen.
Einige der Künstler holten sich bei der Vorsitzenden Anregungen für die Aufgabe, indem sie Bilder betrachteten und Bildstöcke in der Region in Augenschein nahmen. Nicht die detailgetreue Kopie von bereits bestehenden Kunstwerken war die Aufgabe, sondern die Erschaffung von ganz neuen, unerwarteten und ausdruckstarken Stöcken.
Die Stadt Buchen und das zuständige Forstamt versorgten den Kunstverein mit verschiedenen Baumstämmen, darunter Kirschbaum, Weihmutskiefer, Buche und Eiche.
Ganz im Andenken des 1999 verstorbenen Bildhauers Fernand Semma lädt der Kunstverein im zweijährigen Rhythmus Bildhauer der Region zu einem mehrtägigen Bildhauersymposium ein. In diesem Jahr versammelten sich rund um die Mittelmühle Martin Gottwald (Buchen), Christel Stadtmüller (Böhl-Iggelheim), Jörg Windmann (Heidelberg), Andreas Strecker (Schweinberg) und Isabellé Semma (Heidelberg).
Für die Künstlerin Christel Stadtmüller ist die Woche in Buchen ein besonderes Ereignis, denn seit zweiundzwanzig Jahren ist sie das erste Mal wieder in Buchen. 1983 kam sie nach Buchen, um bei dem freischaffenden Künstler Fernand Semma die Bildhauerei zu erlernen. Ein Jahr lang begleitete sie den Künstler und lebte bei ihm. Für sie ist es eine besondere Ehre, an diesem Symposium teilzunehmen.
Lobenswert ist dieser siebentägige Workshop nicht nur für die Kunstgenießer des Vereins Mittelmühle, denn selbst die Künstler lernen voneinander. „Völlig neu war für mich der alleinige Einsatz der Motorsäge und Spraydosen habe ich auch noch nie verwendet. Sicherlich werde ich einige neue Techniken für meine zukünftige Arbeit übernehmen“, so die Künstlerin Christel Stadtmüller.
Den Künstlern können interessierte Bürger noch bis zum Samstagabend über die Schulter schauen, danach werden einige der Kunstwerke auf dem Gelände der Mitelmüle für mehrere Monate zu sehen sein. Eine Ausstellung ist auch in Planung.
(Quelle: Nordbadische Nachrichten vom 21.05.2005)